Gabi
Rolland
MdL

Bericht vom 25.07.2019
Vor-Ort-Tag in March

Als Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Freiburg (West), Gottenheim, March, Schallstadt und Umkirch, besucht Gabi Rolland regelmäßig die Umlandgemeinden, um sich vor Ort über aktuelle Entwicklungen zu informieren und verschiedene Einrichtungen zu besichtigen. Ende Juli stand ein Besuch in March auf dem Programm: Dort führte Gabi Rolland Gespräche mit Bürgermeister Mursa, im Waldkindergarten, bei der Firma Freiburger Orgelbau sowie mit Landwirt Friedbert Schill.

Auf ihrer ersten Station wurde sie im Waldkindergarten von der Leiterin Frau Brunner-Beckmann und Herrn Zeller begrüßt. Im Waldkindergarten, der im September 2017 eröffnet wurde, werden 20 Kinder betreut. Als überdachten Ort gibt es einen Bauwagen, in der Regel findet die Betreuung in der freien Natur statt. Auf diese Weise werde den Kindern ein frühes Erlernen des Umgangs mit Tieren und Pflanzen ermöglicht. Mit Ausflügen werde die Umgebung erkundet und es gebe regelmäßig Projekte, z.B. den Besuch eines Imkers, in der besondere Themen vorgestellt würden, erläutert Frau Brunner-Beckmann ihrem Gast.

Das von der SPD initiierte Volksbegehren zur Gebührenfreiheit für die Betreuung in Kitas und Kindergärten werde von den Angestellten unterstützt, jedoch mit der Mahnung, dass die Qualität der Betreuung und die Bezahlung der Erzieher nicht darunter leiden dürften.

Diese Ansicht wird auch von der Gemeinde March vertreten, wie Bürgermeister Mursa im anschließenden Gespräch im Rathaus betont. Die Gemeinde sei Träger aller zehn Kindertageseinrichtungen vor Ort, habe aber das Problem, dass sie nach den Sommerferien bislang nicht alle Stellen besetzen könne. Viele weitere kontroverse Themen wurden bei dem Austausch, an dem auch Gemeinderat Gerspach und Vorstände des SPD-Ortsvereins teilnahmen, angesprochen, u.a. das Gemeindeentwicklungskonzept March 2035, die Suche nach Flächen für eine zusätzliche Gewerbeansiedlung, die Frage des Baus einer Tank- und Rastanlage an der A5 und Lärmemissionen im Bereich Holzhausen im Zuge des Ausbaus der Rheintalbahn.

Außerdem sei die Gemeinde mit der Erweiterung der Gemeinschaftsschule und der Förderung der Digitalisierung beschäftigt, so Bürgermeister Mursa. Derzeit laufe das Projekt, die Grundschulen mit Tablets auszurüsten. Nach Ansicht des Bürgermeisters sei diese an zu viele bürokratische Hürden geknüpft, sodass insbesondere kleinere Gemeinden mit Problemen bei der Antragstellung konfrontiert seien. Auch die Anlegung von Radschnellverbindungen hält der Bürgermeister vom Land nicht für gut genug durchdacht. Das Einhalten der Qualitätsstandards – Voraussetzung für die Förderung regionaler Maßnahmen durch das Land – sei mit hohem Aufwand für die erforderlichen baulichen Maßnahmen verbunden. Gabi Rolland verspricht, die zuständigen Stellen in Stuttgart darauf anzusprechen.

Beim Besuch der Firma „Freiburger Orgelbau“ erhält Gabi Rolland von Mitinhaber Tilmann Späth Einblicke in das vielseitige Fachwissen, das in diesem Handwerk erworben wird, und in die Geschichte des Unternehmens. Die Anfänge des Betriebs reichen zurück in das Jahr 1862 und er befindet sich seitdem in sechster Generation im Familienbesitz. Bei einer Führung durch die Werkstätten erfährt die Abgeordnete, wie komplex diese Instrumente sind und wie vielseitig und interessant der Beruf des Orgelbauers ist. Die Angestellten kümmern sich um verschiedene Arbeitsbereiche, etwa Gehäusebau, Intonation – d.h. die klangliche Gestaltung der Orgelpfeifen, Elektrik oder Montage. Dennoch gebe es, wie Herr Späth berichtet, mangelndes Interesse an den Ausbildungsplätzen, so ist für den September noch eine Lehrstelle unbesetzt. Hier sieht er die Politik in der Pflicht, mit mehr verpflichtenden Praktika in der Schulzeit die Ausbildungsberufe den Schülern näher zu bringen und das Interesse zu wecken.

Letzte Station des Vor-Ort-Tages war die Besenwirtschaft „Schill-Hof“. Im Gespräch von Gabi Rolland mit Bio-Landwirt Friedbert Schill, Vorsitzender des Kreisverbandes Freiburg des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), stand das Thema Artenschutz im Vordergrund. Schill erklärte, dass das Volksbegehren „Rettet die Biene“, das auch von der SPD-Landtagsfraktion unterstützt wird, zu großem Unmut bei Landwirten und Winzern geführt habe. Gabi Rolland entgegnete, dass sie um die ehrgeizigen Ziele des Volksbegehrens wisse. Bei aller Kritik erwarte sie von den Landwirten und ihren Verbänden aber auch konstruktive Vorschläge, wie eine Reduzierung der Pestizidmengen erreicht werden könne. Den Dialog mit dem BLHV werde sie gerne fortsetzen, auch um gemeinsam daran zu arbeiten, den Abbau bürokratischer Vorschriften einzuleiten.