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Rolland
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Pressemitteilung vom 23. März 2018
Unterrichtsausfall: Kultusministerium kennt keine genauen Zahlen

Eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Gabi Rolland zum Unterrichtsausfall an den Schulen in Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat ergeben, dass die grün-schwarze Landesregierung keine detaillierten Zahlen vorlegen kann.

Bekannt sind dem Kultusministerium lediglich die Ergebnisse der jedes Jahr im November stattfindenden landesweiten Stichprobenerhebung. Demnach hat der Unterrichtsausfall im Schuljahr 2017/18 über alle Schularten hinweg anteilig um 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. An Gymnasien und beruflichen Schulen ist landesweit sogar 20 Prozent mehr Unterricht ausgefallen. Wie die Situation an den Schulen vor Ort tatsächlich aussieht, weiß das Ministerium allerdings nicht. „Um eine zuverlässige Form der Personalplanung sicherzustellen, müssen künftig das Angebot und der Bedarf viel genauer erfasst werden“, fordert Rolland.

Nach Ansicht der SPD-Landtagsfraktion sollte der Versorgungsgrad mit Lehrkräften an allen Schulen perspektivisch bei 106 Prozent liegen, damit die Schulen auf kurzfristige Ausfälle reagieren können und Unterrichtsausfall vermieden wird. Im Schuljahr 2017/18 liegt der Versorgungsgrad an Grund- und Werkrealschulen, Gemeinschaftsschulen und Realschulen im Bereich des Staatlichen Schulamts Freiburg nur jeweils rund 101 Prozent, an den beruflichen Schulen im Regierungsbezirk Freiburg mit 97 Prozent deutlich darunter.

Die SPD-Landtagsfraktion hatte in den Haushaltsberatungen eine Aufstockung der Vertretungsreserve gefordert. „Nur so kann die Unterrichtsversorgung sichergestellt werden, auch wenn gerade mal wieder eine Krankheitswelle durchs Land rollt“, betont Rolland. „Die im Schuljahr 2017/18 von der grün-schwarzen Landesregierung vollzogenen 1.074 Stellenstreichungen müssen vollumfänglich zurückgenommen und die Ressourcen auf dem Arbeitsmarkt besser genutzt werden.“ Beispielsweise könnten arbeitssuchende Gymnasiallehrkräfte kurzfristig an Gemeinschaftsschulen eingesetzt werden und die derzeit dort unterrichtenden Grundschullehrkräfte wieder in Grundschulen arbeiten .