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Rolland
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Aktuell

Bericht vom 6. Juli 2018
Vor-Ort-Termin in Gottenheim

Landtagsabgeordnete Gabi Rolland (SPD) wurde am 5. Juli bei einem Besuch in der Gemeinde Gottenheim von Bürgermeister Christian Riesterer zum Gespräch empfangen und informierte sich über die Produktionsabläufe bei der Firma SensoPart. Mit Aktiven des Helferkreises für Geflüchtete und der Bürgerengagement-Gruppe „Bürgerscheune“ unterhielt sie sich über aktuelle Herausforderungen im Ehrenamt. Außerdem stellte ihr Willy Bühler, Preisträger des Landesnaturschutzpreises 2017, seinen naturnahen Hausgarten vor. Begleitet wurde Gabi Rolland vom Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Gottenheim, Manfred Wolf.

Als Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Freiburg (West), Gottenheim, March, Schallstadt und Umkirch, besucht Gabi Rolland regelmäßig die Umlandgemeinden, um sich vor Ort über aktuelle Entwicklungen zu informieren und verschiedene Einrichtungen zu besichtigen. Der diesjährige Vor-Ort-Tag in Gottenheim wurde mit einem Besuch bei Willy Bühler eröffnet. Der pensionierte Pflanzenschutzberater des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald wurde im Jahr 2017 für sein Projekt „Biologische Vielfalt im Hausgarten“ mit dem Landesnaturschutzpreis der Stiftung Naturschutzfonds des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Wie er seinen Gästen berichtete, konnte in seinem naturbelassenen Hausgarten bereits über 300 Pflanzenarten und über 1.000 Insekten- und Spinnenarten erfassen und dokumentieren. Bei einem Rundgang durch den Garten tauschten sich Gabi Rolland und Willy Bühler über Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt aus.

Mit Bürgermeister Christian Riesterer ging es nach einem Gesprächsauftakt im Rathaus zu einem Rundgang durch Gottenheim. Am Bahnhof berichtete Herr Riesterer vom geplanten Bau einer barrierefreien Unterführung, um einen leichteren Zugang zu Gleis 2 und einen kürzeren Weg ins Gewerbegebiet zu ermöglichen. Aufgrund einer voraussichtlichen Kostensteigerung von 4 Mio. auf ca. 8 Mio. Euro bei gleichzeitiger Deckelung der Zuschüsse im Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) lehnte der Gemeinderat im Januar 2018 den Umbau unter diesen Voraussetzungen ab.

Weiter ging es zur kommunalen Kleinkindbetreuung „Schatzinsel“ für Kinder unter 3 Jahren, die in die Grundschule integriert ist und wo derzeit noch Um- und Anbauarbeiten stattfinden. Die Leiterin der Einrichtung, Tanja Herrmann, stellte die Räumlichkeiten vor und betonte das gute Miteinander von Schule und Kita. Bauamtsleiter Andreas Schupp erläuterte, dass die Arbeiten für die Erweiterung fast abgeschlossen seien und die Betriebserlaubnis für die neue, dritte Gruppe vorliegt. Kritik äußerte Bürgermeister Riesterer daran, dass die über die Regierungspräsidien von den Kommunen abrufbaren Fördergelder in den vergangenen zehn Jahren nicht erhöht worden seien. Auf diese Weise werde den Kostensteigerungen bei Bauprojekten nicht Rechnung getragen, sodass die Gemeinde erneut mehr Geld aufwenden müsse als vorgesehen war.
Von der „Schatzinsel“ aus gab es zudem einen guten Blick auf den aktuell im Bau befindlichen neuen Kindergarten. Derzeit gehen die Rohbauarbeiten gut voran. Der Bezug des Gebäudes ist für den Herbst 2019 geplant.

Nachmittags besuchte Gabi Rolland im Gewerbegebiet die SensoPart Industriesensorik GmbH. Geschäftsführer Dr. Theodor Wanner und Marketingchef Bernd Eckenfels stellten ihr das 1994 gegründete Familienunternehmen vor, das auf die Herstellung von Sensoren und die Bildverarbeitung für die industrielle Automatisierung spezialisiert ist. Herr Dr. Wanner berichtete, dass die gute Verkehrsanbindung und die erschwinglichen Grundstückspreise ausschlaggebende Argumente für den Umzug an den Standort Gottenheim im Jahr 2001 waren. Allerdings bedauert der SensoPart-Geschäftsführer den Verzicht auf die Bahnunterführung, da diese auch für seine Mitarbeiter den Weg zur Arbeit verkürzt hätte. Herr Dr. Wanner wies Gabi Rolland als hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion zudem darauf hin, dass er die zunehmende „Gleichmacherei“ in den Studiengängen und Hochschulen als Problem erachte. Neben Ingenieuren und Informatikern benötige SensoPart ebenso wie andere Industriebetriebe auch Absolventen der Dualen Hochschulen und Facharbeiter, die über Spezialwissen verfügen. Nach einem Austausch über das Thema Fachkräftemangel endete der Besuch mit einem Rundgang durch die Produktionshalle.

Als letzter Termin des Vor-Ort-Tages fand nachmittags in der Bürgerscheune ein Austausch zum Thema Ehrenamt und Bürgerschaftliches Engagement statt. Gabi Rolland wies in ihrem Eingangsstatement auf die Bedeutung des Bildungszeitgesetzes in Baden-Württemberg hin, das 2015 von der damaligen grün-roten Koalition beschlossen und eingeführt wurde. Die aktuelle Landesregierung beabsichtige, dass für Maßnahmen zur Qualifizierung im Ehrenamt künftig keine Bildungszeit mehr gewährt werden solle.
Die Vertreterinnen des Flüchtlings-Helferkreises lobten die Gemeinde für ihre Unterstützung der ehrenamtlichen Initiativen. Zugleich würden sie sich wünschen, dass sich noch mehr Menschen in die Betreuung der Geflüchteten einbringen, da es der Gruppe an Kapazitäten fehle. Für die Zukunft würden sich die Aktiven zudem weniger bürokratischen Aufwand wünschen. Die Beachtung von Formalitäten und Vorschriften koste viel Zeit und erschwere folglich die Arbeit.
Gabi Rolland, die selbst seit vielen Jahren ehrenamtlich aktiv ist – derzeit als Vorsitzende der Naturfreunde Freiburg, des Ältestenkreises der Evangelischen Kirchengemeinde Freiburg West sowie der DLRG Breisgau – bedankte sich abschließend bei den Anwesenden und betonte, dass bürgerschaftliches Engagement in Vereinen und Initiativen für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist.